Digitales Fernsehen - DVB
Ein glasklares Bild, perfekter Raumklang und eine große Auswahl verschiedener TV-Sender: Möglich wurden viele Errungenschaften des modernen Fernsehens erst durch die zunehmende Digitalisierung des Fernsehens. Als digitales Fernsehen bezeichnet man dabei die Ausstrahlung des Fernsehprogramms in digitaler Form. Im Gegensatz zum alten Analogfernsehen sind mit der Digitaltechnik große Steigerungen in der Bild- und Tonqualität realisierbar, das störende Bildrauschen der Analogempfänger fällt mit dem digitalen Fernsehen gleich ganz weg.
Um das Fernsehen digital zu empfangen benötigt man eine Empfangsstation, einen sogenannten Receiver. Dabei gibt es verschiedene Übertragungswege. Sowohl per Zimmer- oder Dachantenne, per Satellit, Kabelanschluss oder ganz modern per Internetleitung lässt sich die digitale TV-Vielfalt in das heimische Wohnzimmer bringen.
Moderne Antenne - DVB-T
Viele Jahre dominierten Wälder aus Dachantennen den Anblick vieler Innenstädte. Mit diesen Antennen wurde das analoge TV-Signal empfangen und per Koax-Kabel in die heimischen Fernseher eingespeist. Doch auch heutzutage gibt es noch eine TV-Übertragung per Antenne, nur sind dafür nur noch in seltenen Fällen sperrige Dachantennen nötig. Die moderne Version des Antennenfernsehens nennt sich DVB-T, was für Digital Video Broadcast - Terrestrial (auf deutsch: "Digitaler Videorundfunk - Erdgebunden") steht. Viele moderne Fernsehgeräte haben einen Empfangsteil für das digitale Antennenfernsehen bereits integriert. Benötigt wird in diesem Falle nur noch eine Zimmerantenne, es funktionieren sogar Antennen aus der Zeit der analogen Übertragung. Je nach Region lassen sich per DVB-T zwischen 8 und 32 Fernsehprogramme empfangen. Der Ausbau des deutschen DVB-T-Netzes ist recht weit fortgeschritten, wo und mit welcher Antenne der Empfang möglich ist, zeigt die Internetseite www.ueberallfernsehen.de .
Kabel digital - DVB-C
Auch der Kabelanschluss überträgt digitales Fernsehen. Allerdings werden im Kabelnetz im Gegensatz zum terrestrischen Empfang auch noch die analogen Signale übertragen, so dass der Umstieg auf DVB-C (Digital Video Broadcast - Cable) nicht sofort vonstatten gehen muss. Für DVB-C benötigt man entweder einen Fernseher mit eingebautem DVB-C-Empfangsteil oder eine Settop-Box, den Receiver. Da im digitalen Kabelnetz auch verschlüsselt zu empfangende Digitalsender bereitgestellt werden, wird für den Empfang dieser Sender zusätzlich ein Abo bei dem jeweiligen Pay-TV-Sender sowie eine Empfangsbox benötigt. Zusätzlich bekommt man eine sogenannte Smartcard, die die bezahlten Sender freischaltet. Viele Programme lassen sich aber natürlich unverschlüsselt anschauen. Im digitalen Kabelnetz lassen sich aufgrund der höheren Bandbreite des Kabels Filme auch hochauflösend übertragen. Diese HD-Inhalte setzen allerdings einen modernen Fernseher mit entsprechender HD-Befähigung voraus - ohne HD-TV unterscheidet sich die Bildqualität nicht von der des niedrig auflösenden Programmes.
Digitale Satellitenübertragung - DVB-S
Mit DVB-S (Digital Video Broadcast - Satellite) existiert schon seit geraumer Zeit eine Möglichkeit, viele Sender in bestechender HD-Qualität empfangen zu können. Benötigt wird neben dem entsprechenden Fernseher auch eine Satellitenschüssel mit digitalem LNB sowie ein Receiver für die empfangenen Signale. Auch hier gilt: Einige moderne Fernseher haben den Tuner für das digitale Fernsehen per Satellit bereits integriert. Wer Wert auf HD-Inhalte legt, sollte sich nach einem Receiver für DVB-S2 umschauen. Diese verbesserte Form des digitalen Satellitenempfangs ermöglicht bestechend scharfe Filme in sehr hohen Auflösungen. Auch bei DVB-S gibt es die Möglichkeit, verschlüsselt gesendete Programme zu empfangen. Pay-TV-Anbieter wie Sky bieten wie schon bei DVB-C entsprechende Smartcards an, die gegen eine monatliche Gebühr den unverschlüsselten Empfang dieser Sender ermöglichen.
Fernsehen per Internetleitung - IPTV
Einen komplett anderen Empfangsweg als die DVB-Lösungen nimmt das sogenannte IPTV (Internet Protocol Television). Dabei werden die Fernsehsignale über die Internetleitung übertragen und von einem Empfangsgerät auf den Fernseher oder auch den PC-Monitor übertragen. Allerdings handelt es sich im Gegensatz zu DVB nicht um einen Standard sondern um einen übergreifenden Begriff für viele Empfangsmöglichkeiten. So gehören Internet-Videoanbieter ebenso zum IPTV-Angebot wie die Möglichkeit mittels spezieller Settop-Boxen und schneller Internetleitungen ein personalisiertes Fernsehprogramm auf dem Fernseher darstellen zu können. IPTV ist aktuell noch nicht sehr stark verbreitet, könnte aber dank vieler interaktiver Möglichkeiten das Fernsehen in den kommenden Jahren revolutionieren. Filme lassen sich mittels Internet-TV zu jedem beliebigen Zeitpunkt anschauen und auf Wunsch kostenpflichtig dauerhaft auf der Festplatte sichern - in hoher Qualität kaum von einer Kauf-DVD zu unterscheiden.







